Magenbypass

 

Was ist ein Magenbypass?

Der Magenbypass ist aktuell der 2.häufigste Eingriff in Deutschland.
Beim Magenbypass wird der Magen wenige Zentimeter unterhalb des Mageneingangs abgetrennt. Es verbleibt ein kleiner Restmagen, „pouch“, der ca. 15 ml fasst und als Bremse für die zugeführte Nahrung dient. Auch der Dünndarm wird durchtrennt. Das eine Ende des Darmes wird an den kleinen Restmagen angeschlossen und das andere so umgeleitet, dass die Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengt werden und der obere, direkt an den Magen anschließende Dünndarm umgangen („engl. Bypass“) wird. Die Verdauungssäfte werden in den tieferen Darmabschnitten eingeleitet und somit kann erst hier die Verdauung durch die Aufspaltung der Nahrungsbestandteile beginnen. Die Folge ist, dass nicht alle Nahrungsbestandteile zerlegt werden können und somit nur ein Teil aufgenommen „resorbiert″ werden. Es stehen somit weniger Nahrungsbausteine dem Blut zur Verfügung. Die nicht verdaute Nahrung wird in den Dickdarm befördert. Es ist vorrangig ein malabsorptives Verfahren mit milder Restriktion.
(malabsorptiv: die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm ist herabgesetzt)

Die Dauer des Klinikaufenthaltes beträgt 5 – 7 Tage.

Für wen eignet sich der Magenbypass?

Bypassverfahren werden nur für selektive Patientengruppen favorisiert. Die Indikation für eine Magenbypass-Operation wird individuell nach eingehender interdisziplinärer Untersuchung gestellt. Gemäß internationalen Standards und Leitlinien besteht formal eine Indikation ab einem Body Mass Index von 40 kg/m² und ab BMI 35 kg/m², wenn bereits übergewichtsabhängige Nebenerkrankungen bestehen. Die entscheidenden Faktoren für die Durchführung einer solchen Operation sind: die Verbesserung der gesundheitlichen Situation, das sich dauerhaft ändernde Ess- und Ernährungsverhalten, die Einhaltung eines gesunden Lebensstils.

Kriterien der Verfahrenswahl: das Ausgangsgewicht des Patienten (BMI), der zu erwartende Gewichtsverlust (EWL), das Ess-und Ernährungsverhalten, bestehende Begleiterkrankungen, das allgemeine Operationsrisiko und die Bereitschaft zur Mitverantwortung seitens des Patienten.

Das Verfahren ist für die Patienten geeignet, die kein Fremdmaterial (Magenband) implantiert bekommen möchten und eine dauerhafte Lösung anstreben. Es ist keine geeignete Operation bei Hochrisikopatienten.

Was muss ich nach der Magenbypass-Operation beachten?

Im Rahmen des stationären Aufenthaltes erhalten Sie genaue Anleitungen zur Ernährung durch unser Ernährungsambulanzteam, auch für zuhause. Sie sollten unbedingt an den Empfehlungen festhalten, um den Heilerfolg zu gewährleisten. Die tägliche Einnahme eines Multivitaminpräparates, sowie einer eiweißhaltigen Zusatznahrung, ist nach der Operation erforderlich. Die regelmäßige Injektion von Vitamin B 12 ist zwingend notwendig.